Fotografie

Israel

Anfang 2018 habe ich Israel und Palästina bereist. Längere Strecken habe ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, bin aber sonst viel zu Fuß gegangen. Das ist die beste Methode, um ein Land kennenzulernen – und zu fotografieren.


Cuba

Was mich bei meiner Reise durch Kuba 2011 interessiert hat, ist das Dokumentieren einer Welt im Umbruch. Man spürt das Neue kommen, aber das Alte ist noch überall präsent.

50 Jahre Sozialismus haben das Land im Guten wie im Schlechten geprägt. Als einziges lateinamerikanisches Land hat es eine Analphabetenquote von praktisch Null und eine kostenlose medizinische Versorgung für jeden Bürger.

Allerdings sind auch viele medizinische Einrichtungen baufällig und wichtige Medikamente Mangelware. Die allgemeine Bausubstanz ist zum großen Teil verrottet und die wirtschaftliche Situation desolat. Sogar ausgesprochene Armut ist auf Kuba zu finden.

Im Zentrum meiner fotografischen Arbeit steht der Mensch und seine Umwelt. Ferner interessieren mich Licht, Strukturen und – nach so vielen Jahren schwarz/weiß – Farbe.

Josef Koudelka sagte mal, ein guter Fotograf brauche vor allem ein Paar gute Schuhe. Dem kann ich nur zustimmen, und gute Schuhe hatte ich. Aber ich möchte hinzufügen, man braucht auch viel Geduld.

Vom 13. Juli bis 24. August 2012 wurden die Fotos in der Fotogalerie Friedrichshain in Berlin ausgestellt.


Verlassene Orte

In Dallgow-Döberitz, fünf Kilometer westlich von Berlin, liegt das ehemalige „Olympische Dorf“ der Sommerspiele von 1936. Es wurde von der Wehrmacht gebaut und nach der Olympiade als Kaserne benutzt.

Nach Kriegsende wurde das Gelände vom sowjetischen Militär übernommen. In dieser Zeit wurden Gebäude, die nicht benutzt wurden, verfallen gelassen.

Seit die letzten sowjetischen Soldaten 1993 den Standort verlassen haben, verfällt das Gelände weiterhin.

Die Beelitz-Heilstätten waren einmal eines der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg diente das Gelände als Lazarett und Sanatorium für verwundete und erkrankte Soldaten. 1916 war auch der Gefreite Adolf Hitler hier untergebracht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände von der Roten Armee übernommen, bis 1994 war es das größte Militärkrankenhaus der sowjetischen Armee im Ausland.

Ab Dezember 1990 verbrachte Erich Honecker mehrere Monate in der Klinik.

Einige Gebäude wurden in der Zwischenzeit renoviert, der größte Teil der Anlage verfällt aber. Das Gelände wird oft als Motive für Filmproduktionen benutzt, so wurde hier u.a. Polanskis „Der Pianist“ gedreht.


Venedig

Als Johann Wolfgang von Goethe den schwer fassbaren Charakter Venedigs zu beschreiben versuchte, erklärte er, dass alles, was es über diese Stadt zu sagen gäbe, schon gesagt worden sei. Wahrscheinlich ist alles auch schon fotografiert worden. Trotzdem ist diese Stadt so faszinierend, dass man es kaum vermeiden kann, ein Bild zu komponieren und auf den Auslöser zu drücken.

 

Berlin im Zwielicht

Zwielicht – altdeutsch für „Licht aus zwei Quellen“ – bezeichnet:

– Unangenehme, schwache Lichtverhältnisse, die durch zwei verschiedenartige Lichtquellen erzeugt werden. Sie stören die Farbstimmung des Auges und erschweren das Lesen.

– Ungenauer Sprachgebrauch: sehr schlechter Sehkontrast im Halbdunkel, z.B. in der tiefen Dämmerung.


Cousinen

Seit 1990 fotografiere ich mit einer 4 x 5 inch-Plattenkamera jedes Jahr meine Cousinen Silke und Daike, die damals 8 und 11 Jahre alt waren. Inspiriert wurde ich dazu von der Serie „The Brown Sisters“ des amerikanischen Fotografen Nicholas Nixon über seine Frau und deren Schwestern.

Eine Studie über die Zeit, das Erwachsenwerden und die Vergänglichkeit.


Lena

Seit meine Tochter fünf ist, portraitiere ich sie jedes Jahr mit einer Mittelformatkamera. Im Zeitraffer kann man das Wachsen eines Menschen verfolgen.